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Holz mit Geschichte Vom alten Dachstuhl zum neuen Zuhause.

Rund 100 Jahre altes Holz, in Fischbek gewachsen. Einst trug es den Dachstuhl der ehemaligen Röttiger-Kaserne. Heute geben wir ihm eine neue Aufgabe: als Wandelemente für Smoodje.

Mobile Säge und geborgene Holzbalken auf der Baustelle. | Seniorenresidenz Fischbeker Höfe

Die Herkunft

Fast 3.000 Balken. Eine neue Zukunft.

In Fischbek gewachsen, im Dachstuhl der ehemaligen Röttiger-Kaserne verbaut: Das rund 100 Jahre alte Holz gehört zur Geschichte dieses Ortes. Für uns war es kein Abfall, sondern der Baustoff für ein neues Zuhause.

Fast 3.000 Balken konnten wir so „ernten“. Wir haben sie sorgfältig sortiert und auf gleiche Längen gesägt, um daraus später die Wandelemente für Smoodje herzustellen.

Vorhandenes weiterverwenden statt entsorgen: Aus diesem Gedanken wurde ein Projekt, das viel Handarbeit und Überzeugung brauchte.

Herausgezogene alte Nägel und Schrauben liegen auf einer Werkbank. | Seniorenresidenz Fischbeker Höfe

Prüfen und von Metall befreien

Jeder Nagel musste heraus.

Bevor die Balken gehobelt werden konnten, mussten alte Nägel und Schrauben entfernt werden. Nicht alles war auf den ersten Blick zu sehen. Mit Metalldetektoren suchten wir deshalb nach den Metallteilen im Holz.

Dann begann die mühevolle Handarbeit: Nägel und Schrauben freilegen und herausziehen. Stück für Stück. Balken für Balken. Erst diese Vorarbeit machte die weitere Bearbeitung möglich.

Holzbalken werden in einer Halle mit einem Metalldetektor untersucht. | Seniorenresidenz Fischbeker Höfe

Von der Baustelle in die Halle

Also haben wir selbst angefangen.

Für diese aufwendige Vorarbeit fanden wir keine Firma, die sie übernehmen wollte. Aufgeben war für uns keine Lösung. Also haben wir zunächst selbst auf der Baustelle begonnen.

Später setzten wir die Arbeit gemeinsam mit unserem Partner Matthias Gogolin in seiner benachbarten Halle fort. Dort konnten wir die Aufbereitung weiterführen und die Herstellung der Elemente voranbringen.

Wiederverwendung klingt oft selbstverständlich. Hier wird sichtbar, wie viel Einsatz nötig war, damit aus alten Balken neue Wände werden konnten.

Ein Metalldetektor prüft alte Holzbalken; daneben liegen bereits herausgezogene Nägel. | Seniorenresidenz Fischbeker Höfe Hobelmaschine, alte Balken und mit Spänen gefüllte Säcke in der Werkstatt. | Seniorenresidenz Fischbeker Höfe
Aufgestellte Wandelemente mit sichtbarer Holzoberfläche auf der Baustelle. | Seniorenresidenz Fischbeker Höfe

Die Elementherstellung

Aus Balken werden Wände.

Sorgfältig sortiert, auf gleiche Längen gesägt und von alten Metallteilen befreit: Nun konnten die Balken gehobelt und zu Wandelementen weiterverarbeitet werden. Gemeinsam mit Matthias Gogolin haben wir diese Elemente für Smoodje gebaut.

Heute geben sie den Wohnungen ihren besonderen Charakter. Wer die sichtbaren Holzflächen betrachtet, sieht nicht nur ein Material, sondern auch die Geschichte und die Arbeit, die darin stecken.

Offener Holzfußbodenaufbau mit Spänefüllung zwischen den Hölzern vor der Verlegung der Dielen. | Seniorenresidenz Fischbeker Höfe

Weiterverwenden statt wegwerfen

Auch die Späne bekommen eine Aufgabe.

Beim Hobeln der alten Balken fallen Späne an. Im Smoodje werden auch sie weiterverwendet: als Füllung zwischen den Hölzern des Bodenaufbaus. Was bei der Herstellung der Wände übrig bleibt, findet unter Ihren Füßen einen neuen Platz.

Darüber liegen die Massivholzdielen. So prägt Holz nicht nur die sichtbaren Außenwände, sondern auch den Boden: an der Oberfläche und im Aufbau darunter.

Der Bodenaufbau, von unten nach oben

Nach den Projektangaben liegt auf der 18 Zentimeter starken Dennert-DX-Decke ein 24 Zentimeter hoher Holzaufbau mit Hobelspänen aus der Altholzaufbereitung. Den Abschluss bildet eine 3 Zentimeter starke Massivholzdiele.

Die tragende Decke ist ein Betonfertigteil mit Hohlräumen, keine Vollholzdecke. Wiederverwendete Hobelspäne, Holzunterkonstruktion und sichtbare Dielen haben unterschiedliche Aufgaben.

Das Fazit der Ökobilanz

Holz bewahren. CO₂ gebunden halten.

Die Wiederverwendung erhält nicht nur einen Baustoff. Sie bewahrt auch den im Holz gebundenen Kohlenstoff, solange das Material weiter genutzt wird.

Das Fazit der vorliegenden orientierenden Ökobilanz: In den betrachteten Bauteilen ist mehr CO₂ im Holz gebunden, als ihre Herstellung an Treibhausgasemissionen verursacht.

Untersucht wurden die Außenwände, Geschossdecken und Fußbodenaufbauten einschließlich Heizsystem. Die Auswertung macht sichtbar, warum die Holzgeschichte über Material und Handwerk hinausgeht: Sie ist ein wesentlicher Teil des Klimakonzepts von Smoodje.

Gut zu wissen

Hintergründe zum Holz

Was wurde bilanziert – und was nicht?

Die Berechnung betrachtet die Herstellung der ausgewählten Bauteile, die Module A1–A3. Gespeicherter Kohlenstoff und Herstellungs-Emissionen werden getrennt betrachtet. Fundamente, Fenster, Dach und weitere Haustechnik sind nicht vollständig erfasst; Nutzung, Rückbau und spätere Verwertung liegen außerhalb dieser Teilbilanz.

Es handelt sich um eine orientierende Berechnung, nicht um eine zertifizierte Ökobilanz des gesamten Gebäudes. Daraus folgt weder eine pauschale Klimaneutralität noch eine doppelte Anrechnung desselben Kohlenstoffspeichers.

Wo steckt das Kasernenholz?

In den Außenwänden und im Gewächshaus erhält Kasernenholz eine neue Aufgabe. Vollholzdielen und Holz in den Bodenaufbauten prägen ebenfalls das Haus, sind aber nicht pauschal mit dem wiederverwendeten Kasernenholz gleichzusetzen.

Nur die Außenwände sind auf der Raumseite holzsichtig. Die übrigen Wände sind Holzrahmen- oder Leichtbauwände und weiß gestrichen.

Was bedeutet Cradle to Cradle hier?

Materialien so auswählen und einsetzen, dass sie nach ihrer Nutzung wieder wertvolle Rohstoffe sein können: Dieser Gedanke begleitet das Projekt. Er ist keine pauschale C2C-Zertifizierung.

Ist jede dunkle Fassadenfläche Photovoltaik?

Nein: Im Materialkonzept werden karbonisierte Holzbekleidung und PV-Flächen unterschieden.

Die Menschen und die Idee

Handwerk trifft Forschung.

Aus einer Überzeugung wurde praktische Arbeit, begleitet von Forschung zur hochwertigen Wiederverwendung von Altholz. Handwerk, Entwicklung und wissenschaftliche Auseinandersetzung gehören bei Smoodje zusammen.

  • Matthias Gogolin: Unser Partner bei der Aufbereitung und Herstellung der Elemente. Nach dem Beginn auf der Baustelle arbeiteten wir gemeinsam in seiner benachbarten Halle weiter.
  • TU Darmstadt & VHT: Die TU Darmstadt nennt die wissenschaftliche Koordination sowie VHT und DeepGreen als Partner des Forschungsvorhabens.
  • Deutsche Bundesstiftung Umwelt: Die DBU wird als Förderin des Forschungsvorhabens zur hochwertigen Wiederverwendung von Altholz genannt.
Projektbeschreibung der TU Darmstadt

Ein Haus kann man beschreiben. Ein Zuhause möchte man erleben.

Entdecken Sie die Räume und erzählen Sie uns, was Ihnen beim Wohnen wichtig ist.

Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an mail@fischbeker-hoefe.de oder verwenden Sie unser Kontaktformular.

Telefonisch erreichen Sie uns unter 040 / 181 314 21, Mo–Fr, 10:00–18:00 Uhr